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Wie Flüchtlinge das JRK bereichern

Jeden Tag kam Alaa Alkaban auf dem Weg zum Sprachkurs am DRK-Kreisverband Paderborn vorbei. Am 18. Februar 2016 stand der 23-jährige Flüchtling aus Damaskus im Büro des DRK-Migrationsdienstes. „Er sagte, er wolle ehrenamtlich im Roten Kreuz arbeiten, um Kontakte zu Deutschen zu bekommen und dadurch besser Deutsch zu lernen. Das hat mich beeindruckt und wir haben zusammen überlegt, wo er mithelfen kann“, sagt Claudia Graß, die sowohl im Migrationsdienst als auch als Jugendbildungsreferentin für das Jugendrotkreuz (JRK) im Kreisverband tätig ist.

Im Grundlehrgang Notfalldarstellung hat Alaa - hier im Vordergrund - eine der

Nach ein paar Telefonaten mit Gruppenleitern des JRK-Ortsvereins Paderborn war Alaa eine Woche später zum ersten Mal beim interkulturellen Jungentreff. „Es hat mir gut gefallen, alle waren freundlich und die Kinder haben mich gut aufgenommen“, sagt Alaa. Neben den Gruppenstunden nahm er auch am JRK-Orientierungswochenende und am Grundlehrgang Notfalldarstellung teil. „Ich habe viele neue Leute kennengelernt und viele Informationen über das DRK und seine Geschichte bekommen“, sagt Alaa. Auch habe sich sein Deutsch verbessert, er sei offener geworden und habe das Gefühl, akzeptiert zu werden.

An manches in Deutschland musste sich Alaa erst gewöhnen, zum Beispiel an die Kälte oder die Verkehrsregeln. So etwas wie Fahrradwege gibt es in Syrien nämlich nicht. Aber die meisten seiner bisherigen Erfahrungen sind positiv: „Im Roten Kreuz waren alle nett zu mir und haben viel mit mir gesprochen. Mir gefällt, dass es in Deutschland so ordentlich ist und dass es Angebote für Kinder und Jugendliche wie vom JRK gibt.“

Mittlerweile hat Alaa eine Arbeitsstelle als Produktionshelfer gefunden. Wegen seiner Arbeitszeiten kann er zwar nicht mehr zu den Gruppenstunden kommen, unterstützt das Jugendrotkreuz aber weiter, zum Beispiel bei einer Aktion beim internationalen Fest der Begegnung in Paderborn Schloß Neuhaus. Irgendwann, wenn der Krieg zu Ende ist, möchte er wieder zurück nach Syrien, „weil das meine Heimat ist und ich helfen möchte, das Land wieder aufzubauen.“ „Offenheit für Neues, für andere Kulturen und die Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind, sind die Hauptvoraussetzungen, dann ist vieles möglich. Die Begegnungen und was sich daraus entwickeln kann, finde ich sehr spannend, und ich sehe das als eine große Bereicherung für das Rote Kreuz“, sagt Claudia Graß.

 

Text: Claudia Graß

22. Juni 2016 11:38 Uhr. Alter: 2 Jahre