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Neues Angebot in der DRK-Kreisgeschäftsstelle: Wenn Kinder nicht klettern. DRK eröffnet Institut für psychomotorische Entwicklungsförderung

Zu hoch, zu schwierig, zu gefährlich. Wenn Maria, Leon und Julian schon die Sprossenwand hinauf geklettert sind und die gleichaltrige Laura sich das noch nicht traut, dann gibt es dafür Gründe. Werden diese nicht mit einem kleinen Kind erarbeitet, können motorische Rückstände in der weiteren Entwicklung zu großen seelischen Problemen heranwachsen. Um Kindern zu helfen, hat die DRK Soziale Dienste OWL gGmbH nun auch in Paderborn ein Institut für psychomotorische Entwicklungsförderung (IPE) eröffnet.

Am neu eröffneten Standort in Paderborn: Michael Beimdiek (Geschäftsführer DRK Soziale Dienste OWL), Udo Wohnhas-Baggerd (Institutsleiter IPE), Jennifer Wiegelmann (Motopädin) und Melanie Grumbach (Diplom-Motologin) Foto: Sina Wollgramm (NW)

Wenn Entwicklungsrückstände vermutet oder bereits diagnostiziert wurden, kommen Menschen wie Melanie Grumbach und Jennifer Wiegelmann ins Spiel. Grumbach ist Diplom Motologin, Wiegelmann Motopädin. Die beiden Fachfrauen besuchen Kindergärten, Krabbelgruppen und Grundschulen. Sie machen auch Hausbesuche, um mit Kindern und deren Eltern an Defiziten zu arbeiten. "Im ersten Schritt geht es darum, eine Beziehung zu dem Kind herzustellen und Vertrauen aufzubauen", erklärt Grumbach. Und das beginnt vorzugsweise in einer unvorbereiteten Turnhalle. Dort wird mit dem Kind ein Thema erarbeitet. In der Praxis bedeutet dies, dass sich das Kind aussucht, womit es spielen möchte. "Kinder kommen oft recht schnell zu dem Thema, das Probleme darstellt", sagt Grumbach. Das bedeutet, dass ein Kind ausprobiert, was es noch nicht so gut kann. Im Fokus der Beobachtung stehen die Bereiche Grob- und Feinmotorik, (Tiefen-)Wahrnehmung, Störungen des Selbstwertgefühls und der Soziale Bereich.

"Es geht uns darum, die Kinder zu motivieren, schwierige Situationen, egal in welchem Bereich, zu versuchen zu lösen, Neues auszuprobieren und sich dabei gut zu fühlen. Auf diesen Weg sollen die Kinder gebracht werden."

Damit Defizite frühzeitig aufgearbeitet werden können, begleiten Grumbach und Wiegelmann außer den Kindern auch deren Eltern. Außerdem besteht eine enge Zusammenarbeit mit Ergotherapeuten, Logopäden, Sozialhelfern und Erziehern sowie Lehrern.

Das Institut ist die erste Einrichtung im Kreis, die psychomotorische Therapien für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren anbietet. Außerdem wird die heilpädagogische Frühförderung von Kindern zwischen zwei und sechs Jahren angeboten.

Eltern, die unsicher sind, was den Entwicklungsstand ihres Kindes angeht, können sich an das IPE wenden. Dort wird ihnen bei den entsprechenden Antragsstellungen geholfen. Die entstehenden Kosten werden je nach Einzelfall vom Sozial- oder Jugendamt übernommen - auf die Eltern kommen also keine Kosten zu.

Info "Psychomotorische Entwicklungsförderung:

  • Das IPE in Paderborn liegt an der Neuhäuser Str. 62-64.
  • Ansprechpartner sind Melanie Grumbach und Jennifer Wiegelmann. Tel (05251) 130 93 29 oder per Mail an motorik.paderborn@ - drk-sozial.de. Mehr Infos gibt es unter www.drk-sozial.de
  • Frühförderung wird für Zwei- bis Sechsjährige angeboten. Das Zentrum für Psychomotorik ist für Kinder von sechs bis zwölf Jahren, die zum Beispiel Bewegungsauffälligkeiten oder Wahrnehmungsprobleme zeigen.
  • Es werden auch Ausbildungen für Lehrer und Erzieher zur Sensibilisierung angeboten.

 

Text und Foto: Sina Wollgramm (NW)

 

 

5. März 2015 15:25 Uhr. Alter: 3 Jahre