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Fit für den Betreuungsdienst. 15 Einsatzkräfte absolvieren DRK Fachdienstausbildung

Wohnhausbrände, Bombenfunde oder Hochwasserkatastrophen. Immer wenn Menschen ihr gewohntes Umfeld verlassen müssen und auf fremde Hilfe angewiesen sind, schlägt die Stunde des Betreuungsdienstes vom Deutschen Roten Kreuz.

Praktische Ausbildung am und mit den von Katastrophenschutz des Landes und des Bundes dem DRK zur Verfügung gestellten Fahrzeugen und Material des Betreuungsdienstes:

Über 90 ehrenamtliche Einsatzkräfte sind im DRK Kreisverband Paderborn speziell dafür ausgebildet, innerhalb kürzester Zeit Betreuungsplätze und Notunterkünfte einzurichten. 15 neue Helfer sind nun zu dieser starken Einsatzgruppe hinzugekommen. In insgesamt 60 Unterrichtseinheiten absolvierten sie jetzt in Salzkotten die Fachdienstausbildung Betreuung und wissen nun ganz genau, was im Einsatzfall zu tun ist.

Die Ausbilder Stefanie Altenrichter und Thomas Gabor sind sich einig: wer für den Betreuungsdienst im Katastrophenschutz tätig werden will, muss vor allem kreativ sein. „Jeder Einsatz ist anders“, erklärt Thomas Gabor. „Ob es die Einsatzlage selbst ist, die zur Verfügung stehenden Gebäude für einen Betreuungsplatz, oder die Anzahl der Betroffenen. Keine Lage lässt sich in ein vorgegebenes Schema pressen.“

Hinter jedem Einsatz aber stecke eine wahre logistische Meisterleistung. „Der Betreuungsdienst deckt die gesamte Bandbreite ab. Von der Anlaufstelle für Betroffene im Schadengebiet, über den Transport zum Betreuungsplatz, die Einrichtung einer Notunterkunft, die Registrierung und Erfassung der Betroffenen bis hin zur Herstellung und Ausgabe von Verpflegung können wir uns um all das kümmern, was gerade benötigt wird“, erklärt Thomas Gabor. Neben einer guten Organisation müsse jeder Helfer im Einsatz wissen, welche Arbeitsschritte wo benötigt würden. „Man gibt ja keine 500 Mahlzeiten über den Tag verteilt heraus, sondern alle gleichzeitig. Geschirr, Besteck, Becher und nicht zuletzt das Essen selbst - alles muss in ausreichenden Mengen zu einem bestimmten Zeitpunkt verfügbar sein“, erklärt Thomas Gabor am Beispiel der Verpflegungsausgabe eines Betreuungsplatzes.

Ein Grund, warum die Fachdienstausbildung aus Sicht der Teilnehmer keine Langeweile aufkommen ließ. „Jeder der Ausbildungstage hielt neue Themen für uns bereit“, berichtet Melanie Pönninghaus. Die Rettungssanitäterin engagiert sich bereits seit mehreren Jahren für das DRK und ließ sich nun zur Betreuungshelferin weiterbilden. „Besonders gut gefallen haben mir die technisch-praktischen Teile der Ausbildung. Schließlich müssen wir mit dem Material, das uns der Katastrophenschutz zur Verfügung stellt, richtig umgehen können.“ Wichtigster Lehrinhalt sei es jedoch gewesen, flexibel auf Anforderungen reagieren zu können.

Nicht immer sind es die großen Katastrophenschutzkomponenten des Landes Nordrhein-Westfalen mit fast 100 Einsatzkräften, in denen der Betreuungsdienst tätig wird. „Viele unserer Einsätze sind deutlich kleiner“, weiß Thomas Gabor aus Erfahrung. „Bei einem Wohnhausbrand kümmern wir uns oft nur um weniger als ein Dutzend Betroffene.“ Schnell müsse man in solchen Einsätzen genau die Einheiten zusammenstellen, die gerade benötigt würden.

Der letzte größere Einsatz liegt jedoch noch nicht in allzu weiter Vergangenheit. „Erst im Herbst waren unsere Kräfte mehrere Wochen lang in verschiedenen Flüchtlingsunterkünften in der Region im Einsatz und leisteten die komplette Bandbreite an Betreuungsdienst-Aufgaben. Hier konnte man sehen, wie wichtig die Strukturen des Betreuungsdienstes sein können“, erinnert sich Thomas Gabor.

Text: Christian Salmen

 

28. April 2015 13:28 Uhr. Alter: 3 Jahre