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Interkultureller Austausch. Melina Menne aus Büren und Claudia Sakwerda aus Paderborn für das Jugendrotkreuz in Burkina Faso aktiv

Sie haben eine unglaubliche Reise hinter sich: Claudia Sakwerda und Melina Menne erlebten knapp drei Wochen lang das ursprüngliche Afrika. Ihr Auslandsaufenthalt für das Jugendrotkreuz (JRK) in Burkina Faso führte sie in eine der ärmsten Regionen der Welt und dennoch zu glücklichen Menschen voller Gastfreundschaft.

Gemeinsam mit einer 12-köpfigen Delegation des JRK nahmen Claudia Sakwerda aus Paderborn (kniend, 2. vo. re.) und Melina Menne aus Büren (stehend, 3. vo. re.) am interkulturellen Austausch in Burkina Faso teil. Foto: DRK

Eine der gemeinsamen Aktionen: Claudia Sakwerda (Mitte mit Kappe) hilft beim Pflanzen von Bäumen. Foto: DRK

„Überall wurden wir äußerst freundlich empfangen, auch wenn viele dort noch nie einen weißen Menschen zuvor gesehen hatten. Gerade die Kinder platzten fast vor Neugierde und wollten unsere Haare und unsere Haut anfassen“, erinnert sich Melina Menne. Foto: DRK

Mit der Arbeit des Jugendrotkreuzes sind die beiden 21- und 23-Jährigen bestens vertraut. Seit Jahren engagieren sie sich in ihren Ortsvereinen, leiten dort Jugendgruppen. Claudia Sakwerda in Paderborn, Melina Menne in Büren. Als die Ausschreibung für den Auslandsaufenthalt über den Landesverband des JRK eintraf, zögerten beide nicht lange und bewarben sich. „Für uns bot die Reise eine besondere Möglichkeit Auslandserfahrung abseits der touristischen Ziele zu sammeln. Außerdem waren wir stark an der Rotkreuzarbeit in Afrika interessiert“, begründet Claudia Sakwerda, Studentin der sozialen Arbeit, ihre Teilnahme.

Ein spezielles Informationswochenende bereitete die beiden im Vorfeld auf die Herausforderungen in Burkina Faso, einem der ärmsten Länder der Welt, vor. „Gesundheit, Kleidung, kulturelle Unterschiede – all diese Themen standen für uns beim Workshop des DRK Landesverbandes auf der Agenda, sodass wir passend vorbereitet und mit einem guten Gefühl nach Afrika fliegen konnten“, erklärt Melina Menne, Auszubildende im Bankgewerbe.

Gemeinsam mit einer 12-köpfigen Delegation des JRK ging es schließlich auf die abenteuerliche Reise nach Burkina Faso. „Im Mittelpunkt unseres Aufenthaltes stand der kulturelle Austausch mit anderen Jugendlichen und Kräften des Roten Kreuzes“, fasst Melina Menne den Grund ihrer Reise zusammen. Schon am Flughafen wurde den Deutschen klar, dass die Völkerverständigung trotz großer Sprachbarrieren auf eine besondere Weise funktionieren würde. „Uns fiel direkt die ausgelassene Fröhlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen vor Ort auf. Ohne die Sprache zu beherrschen konnten wir uns auf eine besondere Art mit den burkinischen Jugendlichen verständigen“, berichtet Claudia Sakwerda von ihren ersten Eindrücken.

Diese Gastfreundschaft wurde schließlich zum stetigen Begleiter während des Aufenthaltes der beiden Deutschen. Knapp drei Wochen lang bereisten sie das Land, tauschten sich mit Rotkreuz-Angehörigen vor Ort aus, informierten sich über Patenkinder, die vom DRK unterstützt werden und zeigten burkinischen Einsatzkräften ihr Können in Erster Hilfe. „Überall wurden wir äußerst freundlich empfangen, auch wenn viele dort noch nie einen weißen Menschen zuvor gesehen hatten. Gerade die Kinder platzten fast vor Neugierde und wollten unsere Haare und unsere Haut anfassen“, erinnert sich Melina Menne.

Besonders beeindruckt zeigen sich die beiden Deutschen von den großen Gegensätzen, die sie auf ihrer Reise durch Burkina Faso erlebten. „Wir haben auf der einen Seite Menschen kennengelernt, die in völliger Armut und in teils katastrophalen hygienischen Verhältnissen leben“, berichtet Claudia Sakwerda. Gleichzeitig seien diese Menschen glücklich und zufrieden mit ihrem Leben und strahlten eine Fröhlichkeit aus, die man in Deutschland selten erlebe.

Doch besonders die ärmlichen Verhältnisse stellten die deutschen Besucher vor große Herausforderungen. „Die hygienischen Bedingungen im Allgemeinen waren sehr gewöhnungsbedürftig. Sowohl was Duschen und Toiletten anging, als auch der Umgang mit Lebensmitteln“, erinnert sich Melina Menne. Gerade das Trinkwasser sei ein großes Problem gewesen. Und so erwischte es die beiden trotz aller vorsichtiger Bemühungen. „Wir mussten gemeinsam gegen einen Magen-Darm-Virus kämpfen. Bei der Wärme und den hygienischen Bedingungen kein schönes Erlebnis.

Dennoch wollen Melina Menne und Claudia Sakwerda ihre Reise nach Burkina Faso in Zukunft noch einmal wiederholen. „Es gibt so viele Bereiche in denen die Menschen in Burkina Faso von unserem Engagement profitieren können. Dazu wollen wir weiter beitragen“, ist  Claudia Sakwerda überzeugt. Tief beeindruckt von ihren Erlebnissen wollen sich die beiden auch hier in Paderborn weiter für die Hilfe in Afrika einsetzen und andere Menschen motivieren. Denn nur nachhaltige Hilfe und Zusammenarbeit könnten die Lebensbedingungen in Burkina Faso auf Dauer verbessern.

Die Zusammenarbeit des Jugendrotkreuzes Westfalen-Lippe mit dem Roten Kreuz in Burkina Faso besteht bereits seit Ende der 60er Jahre. Neben der Durchführung zahlreicher internationaler Jugendbegegnungen hat das Jugendrotkreuz im Landesverband Westfalen-Lippe insbesondere verschiedene Hilfsprojekte, Brunnen und Wasserspeicherbauprojekte, Wiederaufforstungen sowie den Bau von Rotkreuzstationen unterstützt.

Text: Christian Salmen/DRK

20. Oktober 2014 15:31 Uhr. Alter: 3 Jahre