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Sicherheit für die erste Liga. Deutsches Rotes Kreuz tauscht sich über Sanitätsdienste beim Fußball aus.

Während sich die Fußballer des SC Paderborn 07 noch in der Sommerpause befinden, laufen die Vorbereitungen für die Spiele in der ersten Fußballbundesliga bereits auf Hochtouren. Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das den Sanitätsdienst in der Benteler Arena stellt, hat sich nun bei einer bundesweiten Fachtagung über die neuen Herausforderungen in der ersten Liga informiert.

Nahmen an der bundesweiten Fachtagung Bundesliga des DRK in der Münchener Allianz-Arena teil Dominic Arbeiter (DRK-Einsatzleiter in der Benteler-Arena), Martin Münsterteicher (stellv.Kreisgeschäftsführer, zuständig für den Einsatzdienst im DRK-Kreisverband Paderborn). Foto: DRK Paderborn/BRK München

Auf Einladung des Bayerischen Roten Kreuzes trafen sich alle DRK-Gliederungen, die den Sanitätsdienst in einem der Bundesliga-Stadien stellen, um sich gemeinsam über ihre Tätigkeiten auszutauschen. „Ziel der Veranstaltung in der Münchener Allianz-Arena war es, über einen bundesweiten Standard in den Fußballstadien zu diskutieren um die Qualität bei zukünftigen Einsätzen weiter zu verbessern“, erläutert Martin Münsterteicher, als stellv. DRK-Kreisgeschäftsführer zuständig für den Einsatzdienst des DRK im Kreisverband Paderborn.

Für die Verantwortlichen aus Paderborn bot die Tagung vor allem eine gute Möglichkeit, die eigenen Einsatzkonzepte zu überprüfen. „Nicht nur der Verein, die Polizei oder der Sicherheitsdienst, auch wir müssen uns auf die neuen Begebenheiten in der ersten Bundesliga einstellen“, erläutert Dominic Arbeiter, Einsatzleiter des DRK in der Benteler Arena. „Da ist es gut, die eigene Arbeit mit der in anderen Stadien abzugleichen und eventuell einige Details zu verbessern.“

Um über solche Details zu diskutieren, stellten in einem ersten Veranstaltungsblock Einsatzleiter aus den Stadien in Augsburg und Nürnberg ihre Sanitätsdienst-Konzepte im Detail vor. Von den örtlichen Begebenheiten, über Einsatzkräfteplanungen bis hin zur Zusammenarbeit mit dem örtlichen Rettungsdienst wurden dabei alle wichtigen Aspekte präsentiert, die es von den DRK-Kräften zu berücksichtigen gilt.

In einem zweiten Teil der Tagung ging es anschließend um die Steigerung der Sicherheit im Fußball und die konkrete Qualitätsverbesserung der Sanitätsdienste. Dabei zeigte sich vor allem wie wichtig die Kommunikation innerhalb der Einsatzkräfte, aber auch die Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr, Sicherheitsdiensten und den Vereinen ist. „Nicht nur während des Spiels, sondern auch im Vorfeld und Nachhinein gibt es immer wieder Situationen, die nur gemeinsam bewältigt werden können. Der Sanitätsdienst ist eben kein isoliertes System, sondern ein Zahnrad im System Fußball, dass nur durch gute Kooperation gedreht werden kann“, bestätigt Dominic Arbeiter und betont gleichzeitig, dass gerade diese Zusammenarbeit in Paderborn auf einer sehr guten Basis stattfinde.

Insgesamt konnten die DRK-Verantwortlichen aus Paderborn ein äußerst positives Fazit im Anschluss an die Fachtagung ziehen. „Auch wenn nahezu alle Stadien der Bundesliga völlig andere Dimensionen annehmen, als es in Paderborn der Fall ist, lassen sich doch die Einsatztaktiken auch auf die Größe unseres Sanitätsdienstes herunterbrechen“, erläutert Dominic Arbeiter. „Und in den vielen Gesprächen während der Tagung zeigte sich immer wieder, dass wir uns keinesfalls verstecken müssen“, erzählt der Einsatzleiter stolz. Im Gegenteil: So sei die Patientenversorgung im Vergleich mit anderen Stadien auf einem hohen professionellen Level. Die Größe des Stadions habe zudem den Vorteil, dass jeder Patient deutlich schneller erreicht werden könne, als es in anderen Arenen der Fall wäre.

Organisiert durch den DRK-Ortsverein Schloß Neuhaus sorgen bei einem ausverkauften Heimspiel des SC Paderborn 07 rund 30 ehrenamtliche Einsatzkräfte aus dem Kreis Paderborn für die rasche Versorgung von medizinischen Notfällen. Dazu setzt das DRK u.a. Fußtrupps im und um das Stadion ein, hält aber auch Rettungs- und Krankenwagen bereit, um im Falle eines Transports in ein Krankenhaus den örtlichen Rettungsdienst zu entlasten. „Nach jetzigem Stand wird sich an unseren bisherigen Einsatzplanungen kaum etwas ändern, da das Gefahrenpotenzial in der ersten Bundesliga etwa auf einem gleichen Level bleibt“, verrät Dominic Arbeiter zum Schluss. „Im Detail werden wir jedoch die Erkenntnisse der Bundesliga Fachtagung einfließen lassen, um auch weiterhin den Sanitätsdienst auf einem so hohen Niveau anbieten zu können.“

Text: Christian Salmen/DRK

17. Juni 2014 12:05 Uhr. Alter: 4 Jahre