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Gefahrenabwehr im Kreis deutlich verbessert. Deutsches Rotes Kreuz stellt neue Führungsebene für Großeinsätze in Dienst

Jahr für Jahr ereignen sich im Kreisgebiet Paderborn Unglücke, bei denen es auf eine schnelle und reibungslose Zusammenarbeit von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Katastrophenschutz ankommt. Je mehr Einsatzkräfte verschiedener Organisationen dabei eingebunden werden, desto unübersichtlicher wird die Situation für die Einsatzleitung vor Ort. Meist von der Feuerwehr entsandt, muss sie auch das Aufgabenpotenzial der anderen Organisationen genau kennen, um die richtigen Maßnahmen einzuleiten. Mit dem neuen Zugführer vom Dienst stellt das Deutsche Rote Kreuz den Einsatzleitern im Kreis Paderborn nun einen neuen Ansprechpartner zur Seite.

Kreisrotkreuzleiter Hubertus Schmidt und Kreisbrandmeister Elmar Keuter (v. li.) mit dem Team der Zugführer vom Dienst (ab 3. V. li.) Torsten Claus, Henry Koll, Thomas Gabor, Roman Kriesten, Thomas Grams, Dominic Arbeiter sowie (kniend v.li.) Karsten Kinzel, Oliver Kraatz, Sebastian Langenhorst. Foto: Patrick Hilgers/DRK

„Dieser neue Dienst ist rund um die Uhr für größere Einsatzlagen verfügbar und wird durch ehrenamtlich tätige Führungskräfte aus unseren Ortsvereinen besetzt“, erklärt Hubertus Schmidt, Kreisrotkreuzleiter des DRK Kreisverbandes Paderborn. „Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass es überaus sinnvoll ist, im Einsatzfall jemanden vor Ort zu haben, der sich mit den vielfältigen Möglichkeiten der Hilfsorganisationen auskennt und deren Maßnahmen in Absprache mit der Einsatzleitung koordiniert“, so Schmidt, der selbst Teil der neuen Dienstgruppe ist. So werde die Führungskraft zunächst beratend tätig, um Maßnahmen aus den Bereichen Sanitäts-/ und Rettungsdienst, Betreuungsdienst, Verpflegung und Versorgung vorzuschlagen und mit der Einsatzleitung abzusprechen. Anschließend könne er für diese Bereiche auch weiterführend als verantwortliche Abschnittsleitung eingesetzt werden.

Um dieser Aufgabe gewachsen zu sein, stellt das DRK hohe Ansprüche an seine Helfer. Wer bereit ist, ehrenamtlich bei der Gruppe des sogenannten DRK C-Dienstes teilzunehmen muss eine Verbandführer-Qualifikation, möglichst mit der Zusatzausbildung zum Organisatorischen Leiter Rettungsdienst nachweisen. Auch ein Zugführer-Lehrgang ist möglich, doch muss der Helfer hier bereits einiges an Erfahrung vorweisen können“, erklärt Hubertus Schmidt die hohen Anforderungen. Was sich für Laien kompliziert anhört, bedeutet in der Realität unzählige Stunden an Ausbildung und Einsatzerfahrung für die Helfer. „Um diese Lehrgänge ehrenamtlich abschließen zu können, muss man schon ein paar Jahre bei uns sein“, verrät der Kreisrotkreuzleiter. Jeweils 14 Tage am Stück sieht der neue Dienstplan jedes Führungsmitglied der Gruppe als Ansprechpartner vor. „Wird der Zugführer vom Dienst durch die Leitstelle alarmiert, muss er innerhalb kurzer Zeit am Einsatzort sein, sodass die Freizeitplanung schon entsprechend angepasst werden muss“, so Schmidt.

Dass sich dieser Aufwand lohnt, zeigte die Testphase im vergangenen Jahr. Bei mehreren großen Einsätzen, wie dem Brand in der Aatalklinik oder dem großen Stromausfall im Südkreis, bewährte sich das System. „Die Einsatzleiter waren froh um die Unterstützung, die die Zusammenarbeit zwischen den Organisationen deutlich vereinfachte“, erinnert sich Hubertus Schmidt. Für die Bevölkerung bedeute dies, im Ernstfall noch schnellere Hilfe zu bekommen. Deshalb dauerte es auch nicht lange, bis auch Kreisbrandmeister Elmar Keuter überzeugt von der Einführung der neuen Führungskraft war. Mit seiner Unterstützung wurde die Idee letztlich zur Praxisreife gebracht. „Wir haben das System im Vorfeld natürlich auch mit dem Malteser Hilfsdienst, dem Arbeiter Samariter Bund und der Johanniter Unfallhilfe besprochen“, erklärt Hubertus Schmidt. Hier bestehe zwar großes Interesse, jedoch nicht die Möglichkeit zur personellen Unterstützung, sodass Organisation und Durchführung nun allein beim Roten Kreuz liegen.

Viele Unglücke werden sich auch in Zukunft kaum verhindern lassen. Der Kreis Paderborn ist nun jedoch noch ein Stück besser auf deren Bewältigung vorbereitet. Denn nur wenn viele Zahnräder ineinander greifen, kann den Betroffenen vor Ort schnell und umfassend geholfen werden.

Text: Christian Salmen, DRK

3. April 2014 10:34 Uhr. Alter: 4 Jahre