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Bericht vom 25.03.2002, Neue Westfälische

Dreimal Feuer in St. Elisabeth

Brandstiftungen im Altenheim / Feuerwehr und Rettungskräfte im Großeinsatz

Löscharbeiten über das Dach: Von ganz oben bekämpfen die Einsatzkräfte die BrandnesterGroßeinsatz im St. Elisabeth-Altenheim, bis vor kurzem St. Josef: Beim dritten Feueralarm innerhalb von 24 Stunden wurden am Sonntag Nachmittag alle 56 Bewohnerinnen und Bewohner evakuiert. Die Rettungskräfte brachten drei Senioren mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Zur Ermittlung der Brandstiftungen setzte die Polizei eine Kommission ein.

Noch ahnte niemand die drohende größere Gefahr, als am Samstag gegen 14.15 in einem Kellerraum ein Reinigungswagen brannte. Das Feuer in einem zerschmelzenden Putzeimer beschädigte lediglich die Wand. Gefahr für Personen bestand nicht. Das Depot der Reinigungskräfte, auch von außen zugänglich, war wie immer tagsüber unverschlossen.

Erneuter Feueralarm am Sonntag gegen 10.25 Uhr. Starker Rauch quoll aus einem Konferenzraum im Erdgeschoss. Bislang Unbekannte hatten eine Gardine entzündet. Die Flammen sengten glücklicherweise nur eine Holzzarge an, bis die Feuerwehr sie durch einen schnellen Einsatz löschte. Im dritten Obergeschoss wurden Zimmer und Flure zerstört

Gegen 12.40 Uhr bemerkte eine Bewohnerin, die vom Mittagstisch zurückkehrte, den völlig verrauchten Flur im dritten Obergeschoss. Feuerwehr, Polizei und Mitarbeiter des Altenheims evakuierten nun mit Hilfe von Passanten 30 teilweise bettlägerige Senioren. 26 konnten selbstständig das Haus verlassen. Vorsorglich waren alle Rettungskräfte im Kreis alarmiert worden. Sie brachten die alten Leute, nach schnellen Abstimmungen mit Stadt und MZG, ins August-Viktoria-Stift. Die Feuerwehr unter Einsatzleitung des Vize-Stadtbrandmeisters Hartmut Klüter, unterstützt von Kräften aus Paderborn und Schlangen, musste die Dachhaut des Gebäudes aufschlitzen, um zwei Brandherde abzulöschen. Ein Feuerwehrmann erlitt eine Kreislaufschwäche.


Berichte vom 25.03.2002, Westfälisches Volksblatt

»Feuerteufel« versetzt 56 Senioren in Angst

Brandstiftung: Altenheim komplett geräumt

klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößernDie 56 Paderborner Bewohner des Altenheimes St. Elisabeth werden von jetzt an keine Minute mehr ruhig schlafen. Ein »Feuerteufel« treibt sein Unwesen im Altenheim, das derzeit wegen der Umbauarbeiten im ehemaligen Bad Lippspringer St. Josef-Altenheim untergebracht ist. Drei Brände gab es in den vergangenen beiden Tagen.

Gestern Nachmittag wurde das Haus in Bad Lippspringe komplett; geräumt, die Kriminalpolizei vernimmt zurzeit das Personal des Hauses und auch die Senioren, um herauszufinden, wer dieser unheimliche Feuerteufel ist.

Am Samstag 14.20 Uhr ging der erste Alarm bei der Bad Lippspringer Feuerwehr ein. In einem Kellerraum brannten Putz- und, Reinigungsmittel. Die Feuerwehr hatte den Brand schnell gelöscht, doch weil die Umstände merkwürdig erschienen, wurde hier bereits die Kripo eingeschaltet.

Gestern Morgen gab es um 10.40 Uhr den zweiten Alarm. Diesmal brannte ein Vorhang im Besprechungszimmer des Personals. Auch dieser Brand war für die Feuerwehr kein Problem. Doch zwei Stunden später gab es Großalarm. Ein Zimmer im dritten Obergeschoss des Hauses brannte. Stellvertretender Stadtbrandmeister Hartmut Klüter war einer der ersten am Einsatzort, beim Betreten des Raumes schlugen ihm die Flammen bereits entgegen.

Obwohl sich das Feuer schon in den Dachstuhl gefressen hatte, konnte die Feuerwehr den Brand schnell löschen. 110 Feuerwehrleute aus Paderborn, Bad Lippspringe und Schlagen waren im Einsatz.

Die 56 Senioren des Elisabeth Heimes, die zum Jahreswechsel nach Bad Lippspringe umzogen, werden jetzt zunächst in der Auguste-Viktoria-Klinik in Bad Lippspringe untergebracht. Doch die Angst vor einem weiteren Brandanschlag zieht mit.


klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößernDramatische Szenen spielten sich gestern um 12.40 Uhr in Bad Lippspringe ab. Die 56 zum Teil auch bettlägerigen Altenheimbewohner aus Paderborn mussten in Sicherheit gebracht werden. Einige wurden mit dem Rollstuhl in das angrenzende St. Josef-Altenheim gebracht, andere wurden von dem Personal sogar aus dem Gebäude getragen. Eine Bewohnerin erlitt bei einem Sturz Prellungen, ein Feuerwehrmann musste verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden.

110 Feuerwehrleute aus Bad Lippspringe, Paderborn und Schlangen waren im Einsatz. Aus Paderborn wurde sogar noch eine zweite Drehleiter angefordert. Das Medizinische Zentrum für Gesundheit in Bad Lippspringe erklärte sich gestern schnell und unbürokratisch bereit, die 56 Heimbewohner zunächst in der Auguste-Viktoria-Klinik unterzubringen. Kreisweit wurde Alarm für die Rettungskräfte ausgelöste, eine lange Schlange von Rettungswagen bildete sich auf der Josefstraße. Notärzte untersuchten vorsorglich alle Heimbewohner.



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Bericht vom 26.03.2002, Neue Westfälische

Brandstiftungen noch Rätsel

29 Bewohner ziehen zurück ins Altenheim /Lob für zahlreiche Unterstützer

Noch hat die Polizei den Täterkreis für die schweren Brandstiftungen am Wochenende im Seniorenheim St. Elisabeth, bis vor kurzem St. Josef, nicht eingrenzen können. Beispielhaft wurde die allseitige Hilfsbereitschaft bei der Umquartierung der pflegebedürftigen alten Menschen bewertet. Ein Großteil kehrte gestern in die unbeschädigten Etagen zurück.

Das Haus im Besitz der kath. Kirchengemeinde St. Martin ist bekanntlich seit kurzem vom Verein kath. Altenhilfeeinrichtungen für St. Elisabeth angemietet worden, weil die Paderborner Einrichtung zurzeit einen Neubau errichtet. Die Lippspringer Senioren-Einrichtung St. Josef bezog zuvor den Neubau in direkter Nachbarschaft.

Nach dem dritten Feuer innerhalb von 24 Stunden hatten am Sonntag ein Teil der 200 Feuerwehrmänner und Rettungsdienst-Mitarbeiter sowie Beschäftigte der beiden Häuser St. Elisabeth und St. Josef, unterstützt von Passanten, das betroffene Gebäude vorsorglich geräumt. Die 58 Seniorinnen und Senioren wurden zunächst in das nebengelegene St. Josefs Haus gebracht. „Es war wirklich toll“, meinte Olinda Reitenbach, Altenpflegerin des St. Elisabeth-Hauses: „Fast jeder Bewohner hatte jemanden bei sich, der sich um ihn kümmerte.“

Dank der guten Verständigung zwischen Bürgermeister Willi Schmidt und Harald Barlage, Geschäftsführer des MZG, war schnell geklärt: Die Bewohner konnten noch am Sonntag in die Auguste-Viktoria-Klinik umziehen. In der 2,5 km entfernt liegenden Kinder- und Jugendrehabilitationsklinik mit ihren 150 Betten waren entsprechende Kapazitäten frei.

Hier, in der AVK organisierten sich die Mitarbeiter selbst, riefen aus freien Stücken Kolleg(inn)en aus dem Wochenende zurück, denn jede Hand wurde gebraucht. Auch die Mitarbeiter des Elisabeth-Hauses schauten nicht auf die Uhr, blieben so lange wie sie gebraucht wurden.

25 Pflegebetten wurden dank der Unterstützung der Feuerwehr per Hubwagen in die Auguste-Viktoria-Klinik gebracht, die persönlichen Sachen der Heimbewohner aus dem Haus geholt und nachgeliefert. „Es war phantastisch, alle haben zugefasst und geholfen“, lobte Geschäftsführer Barlage: „Der Frühdienst ist geblieben - in der Küche wurden schnell Kaffee, Tee und Brühe gemacht.“

Am Montag, nach einer ausführlichen Besichtigung des Gebäudes, konnten 29 Bewohner von St. Elisabeth wieder in das ehemalige Josefshaus zurückkehren. Das Erdgeschoss und die erste Etage waren von den Bränden nicht betroffen. Drei Senioren blieben aber in ärztlicher Behandlung. Ein verletzter 50-jähriger Feuerwehrmann durfte dagegen wieder nach Hause.

Den entstandenen Sachschaden schätzten die Experten gestern auf 60.000 Euro. Die Polizei (0 52 51/ 306-0) erhofft sich bei ihren Ermittlungen Hinweise von Bürgern, um einen Verursacher der Brandstiftungen zu finden.

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